Ein für Besucher attraktives Ziel ist die Burg Křivoklát, die Anfang des 12. Jahrhunderts durch Fürst Vladislav gegründet wurde, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Prag - Kleinseite, Moldau (Vltava) und Karlsbrücke, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Ausblick von Prag nach Nordwesten, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Die Schönheit des Landstrichs, der auch Böhmisches Paradies genannt wird, inspirierte viele Künstler, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Burg Český Šternberk, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Koněprusy Höhlen, das größte Höhlensystem in Böhmen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Das Schloss Mělník und der Turm der Kirche der Hl. Peter und Paul von der historischen Schiffschleuse in Hořín aus gesehen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.
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Mittelböhmen - die Umgebung von Mladá Boleslav

Die Region um Mladá Boleslav gehört heute zu den wirtschaftlich blühenden Gebieten unserer Republik. Die Besiedlung verlief in der Gegenwart vor allem aus Anlass des Adels. Die romanischen Kirchen in Mohelnice nad Jizerou (12. Jahrhundert) und in Vinec bei Mladá Boleslav (12. - 13. Jahrhundert) zeichneten mit ihrer Monumentalität sowie Bedeutung für die Entwicklung der Künste des gesamten böhmischen Landes die zukünftige Prosperität und Aufgabe des Landstriches vor. Die herrschaftlichen gotischen Burgen sind heute romantische Ruinen (Valečov, Zvířetice, Michalovice und Dražice), sie waren aber nie wichtige Verwaltungszentren.

Mladá Boleslav

Die Geschichte der Burg Mladá Boleslav (das gegenwärtige Museum) geht bis in das 12. Jahrhundert zurück. Der gotische Kern musste dem bis heute erhaltenen Renaissanceumbau im 16. Jahrhundert weichen, als die unterworfene Stadt ersten Aufschwung erfuhr, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Mladá Boleslav war bereits im 13. Jahrhundert das Zentrum der Region. Der Humanist Bohuslav Hasištejnský von Lobkowicz (1595) ermöglichte den Bürgen, ihre Freiheit zu kaufen. Die ehemalige Prosperität spiegelt sich in vielen erhaltenen Renaissancehäusern, dem Rathaus (1554 - 1559), in der protestantischen Kirche der Böhmischen Brüder (1544 bis 1554) sowie in weiteren städtischen Tempeln (Jungfrau Maria und Hl. Havel), aber auch im Wasserturm (1493 - 1554, Umbau im 18. Jahrhundert) wieder. Es gab hier Handwerker sowie eine Glocken- und Buchwerkstatt, und nicht zuletzt stammen auch zwei Renaissancegesangsbücher von hier, die heute im Museum aufbewahrt werden. Der Aufschwung dieser protestantischen Stadt (ab 1600 bereits Königsstadt) wurde durch den Dreißigjährigen Krieg und die nachfolgende Verfolgung unterbrochen. Seit dem 18. Jahrhundert wurde hier wieder gebaut und die Stadt erwachte wirtschaftlich zu neuem Leben. Der wirtschaftliche Aufschwung dauert bis heute an, vor allem dank der Automobilindustrie, die hier bereits seit 1905 erfolgreich tätig ist.

LAURIN UND KLEMENT

1905: Das erste Automobil Laurin & Klement – das Modell Voiturete A mit Zweizylindermotor und einer Leistung von 7 Pferdestärken - ist entstandenDer größte tschechische Automobilhersteller - Škoda Auto Česká republika - ist unabdingbar mit Mladá Boleslav verbunden. Aus der nachstehenden kurzen Übersicht geht klar hervor, wie schnell sich die Firma nach ihrer Gründung entwickelte: 1895: Der Mechaniker Václav Laurin und der Buchhändler Václav Klement beginnen in der Werkstatt im Haus Nr. 149/III in der Pražská Straße Fahrräder unter der Marke Slavia herzustellen. Der neugegründete Betrieb hat neben seinen Gründern noch 5 Mitarbeiter. 1896: Das Unternehmen Laurin und Klement produziert mehrere Fahrradmodelle eigener Konstruktion und gibt bereits damals 2 Jahre Garantie auf seine Produkte.
1898: Das Unternehmen Laurin und Klement beschäftigt bereits 32 Mitarbeiter und die neue Produktionshalle dehnt sich auf 1 100 m2 Fläche aus.
1899: Václav Laurin und Václav Klement präsentieren den Journalisten in Prag ihre ersten Motorräder - Maschinen europäischer Parameter, die ersten in gesamt Österreich-Ungarn und Deutschland.
1905: Das erste Automobil Laurin & Klement – das Modell Voiturete A mit Zweizylindermotor und einer Leistung von 7 Pferdestärken - ist entstanden. Das Unternehmen beschäftigte damals schon 355 Mitarbeiter, die Produktion erstreckt sich bereits auf einer Fläche von 8 000 m2.

BILDUNGSZENTRUM ŠKODA AUTO NA KARMELI

Das Bildungszentrum Škoda Auto Na Karmeli - die monumentale Zeitachse im Jahr 2012 zugänglich gemacht, die die Geschichte der Welt, der Böhmischen Länder, der Stadt Mladá Boleslav und des hiesigen Automobilwerks seit 2000 vor Christi bis heute, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Das Bildungszentrum Škoda Auto Na Karmeli setzt sich aus dem ursprünglichen Klosterkomplex und dem Neubau zusammen. Im Jahr 2007 wurden hier die historische und moderne Architektur sensibel verknüpft und es entstand der außerordentliche repräsentative Raum für Bildungs- und Gesellschaftsveranstaltungen. Das Gebäude bietet modern eingerichtete Lehrräume, Sitzungsräume und zwei Säle an, die zu einer großen Vortragsaula verbunden werden können. Ein Bestandteil des Areals ich auch die Kirche des Hl. Bonaventura, die im Jahr 1345 als Bestandteil des Minoritenklosterkomplexes gegründet wurde. Gegenwärtig wird sie zu Ausstellungszwecken, für Modeschauen oder Musik- und Gesangsproduktionen genützt. Auf den ausgedehnten Terrassen des Bildungszentrums werden Open-Air Events für die Öffentlichkeit veranstaltet. Das Zentrum Na Karmeli ist ein Platz, wo die Vergangenheit mit der Zukunft verbunden werden. Auch deswegen wurde hier die monumentale Zeitachse im Jahr 2012 zugänglich gemacht, die die Geschichte der Welt, der Böhmischen Länder, der Stadt Mladá Boleslav und des hiesigen Automobilwerks seit 2000 vor Christi bis heute umfasst.

Bělá pod Bezdězem

Im Schatten des Zentrums entwickelten sich auch kleinere Städte. Bělá pod Bezdězem mit erhaltenen Überresten der ursprünglichen Festungsanlage aus dem 14. Jahrhundert (Böhmisches Tor) ist vor allem durch das Renaissanceschloss bekannt, das dem hiesigen berühmten Adelsgeschlecht derer von Waldstein gehört. Die Schlossresidenzen sind für diesen, in der Vergangenheit vom Adel beherrschten Landstrich typisch.

Benátky nad Jizerou

Benátky nad Jizerou - Hofplatz des Renaissanceschlosses, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.In Benátky nad Jizerou, auf den Ruinen eines gotischen Klosters, baute Friedrich von Donín irgendwann vor 1526 ein Schloss, an dem das ursprüngliche Sgraffito mit reichen Figurendarbietungen, Landschaften und Ornamenten bis heute erhalten geblieben ist. Gerade hier führte der dänische Astronom Tycho de Brahe (1546 - 1601) seine Beobachtungen durch und Bedřich Smetana (1824 - 1884) war hier in den Jahren 1844 - 1847 als Lehrer tätig. Die hiesigen Statuen aus der Werkstatt des M. B. Brauns kommen aus Lysá nad Labem, dem Zentrum der Gönneraktivitäten von Špork. Die Schlossinnenräume sind im Rokokostil eingerichtet.

Kosmonosy

Kosmonosy - Loretokapelle, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Ein ähnliches kleineres Zentrum ist auch Kosmonosy. Erst die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg brachte dieser Stadt den Aufschwung. Unter dem Geschlecht der Czernin von Chudenice in den Jahren 1697 - 1709 entstanden das Schloss, das Piaristenkloster, die Loreta und viele andere Bauten. Für die Statuenverzierung sorgte die hier ansässige Familie Jelínek, die mit ihrer Bedeutung in dieser Branche die regionalen Grenzen überschritten hat.

Mnichovo Hradiště

Das ursprüngliche Renaissanceschloss in Mnichovo Hradiště, das dem Protestanten Václav Budovec von Budov (im Jahre 1621 am Altstadtring hingerichtet) gehörte, erwarb das Geschlecht der Waldstein. Sie ließen es von Mar. Ant. Canavall umbauen und nach 1711 legten sie einen Park mit Kapuzinerkloster und Familiengruft an. Das Gelände ergänzen Wirtschaftsgebäude, ein Pavillon und ein Brunnen. Nach den Anpassungen im 19. Jahrhundert und zwischen 1919 - 1921 wurde die Einrichtung des Schlosses Duchcov hierher gebracht (einschließlich 22 000 Bücher der Waldstein Bücherei). Mnichovo Hradiště stellt eine der größten Adelsresidenzen auf tschechischem Gebiet dar.

Drábské světničky

Drábské světničky - in den Felsen gehauene Burg, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Der wirtschaftliche Aufschwung sowie andere menschliche Eingriffe fanden in der Region Mladá Boleslav immer ohne unnötigen Schaden an den Naturschönheiten statt. Sogar die Hussitenkriege hinterließen sehr romantische Ecken in der Felsenburg Drábské světničky. Ungefähr in den 20-er Jahren des 15. Jahrhunderts errichteten die Hussiten auf sieben Sandsteinblöcken eine Burg mit 18 Zimmern und 8 Gängen. Nach der Schlacht bei Lipany verließen sie die Burg und aus dem befürchteten Ort wurde die heutige romantische Ruine.