Ein für Besucher attraktives Ziel ist die Burg Křivoklát, die Anfang des 12. Jahrhunderts durch Fürst Vladislav gegründet wurde, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Prag - Kleinseite, Moldau (Vltava) und Karlsbrücke, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Ausblick von Prag nach Nordwesten, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Die Schönheit des Landstrichs, der auch Böhmisches Paradies genannt wird, inspirierte viele Künstler, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Burg Český Šternberk, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Koněprusy Höhlen, das größte Höhlensystem in Böhmen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Das Schloss Mělník und der Turm der Kirche der Hl. Peter und Paul von der historischen Schiffschleuse in Hořín aus gesehen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.
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Mittelböhmen - Regionen Benešov und Gebiet Sázava

Seit jeher zog dieses Gebiet viel Aufmerksamkeit auf sich. Einen Nachweis dafür liefert auch die Sage von Rittern, die inmitten des Bergs schlafen und angeblich dann zum Leben erwachen und das Vaterland befreien, wenn dies in höchster Not ist. Der Berg Blaník, wo die Ritter schlafen, befindet sich ca. 20 Kilometer südöstlich von Benešov. Das Netzwerk dörflicher romanischer Kirchen (Neustupov, Libouň, Pravonín, Kondrac und Chvojen in der Region Benešov, Týnec, Poříčí, Hrusice und Rovná in der Region Posázaví) bezeugt den Erfolg der mittelalterlichen Kolonisationsversuche, deren Begin bereits in das 10. Jahrhundert zurückfällt. Am eindrucksvollsten ist die Rotunde in Týnec nad Sázavou, deren Kern in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand. An der Wende des 12. und 13. Jahrhunderts verlieh der zugebaute Turm der Kirche ihre Monumentalität.

Sázava Klosters

Der Einsiedler Hl. Prokop (ca. 970 - 1053), ursprünglich Priester, der Anfang des 11. Jahrhunderts in die „verlassene“ Region Posázaví ging, beschleunigte die Kolonisierung dieses Landstrichs. Um seine Einsiedelei entstand langsam eine Mönchssiedlung, in der die Lehrjungen wohnten, die nach Prokops Vorbild leben wollten. So wurde die Basis der Klostergemeinschaft, des zukünftigen Sasauer Klosters, gelegt. Im Kloster wurde die altslawische Liturgie bis Ende des 11. Jahrhunderts aufrechterhalten (erst im Jahre 1096 wurde sie durch die lateinische Liturgie ersetzt). Die kunstliebenden Äbte ließen das Kloster von den besten Künstlern ihrer Zeit renovieren, wobei viele Prioren selbst aktive Künstler waren (unter anderem der Juwelier und Emailhersteller Reginard von Mety oder Abt Božetěch). Die ältesten baulichen Teile des Klosters entstanden um 1070, leider ist nicht viel davon erhalten geblieben. Auch die architektonisch wertvollste Ausbauphase aus dem 14. Jahrhundert ist unvollendet geblieben. In den Hussitenkriegen in den Jahren 1420 - 1437 wurde das Kloster beschädigt und im Jahre 1421 wurden die Mönche vertrieben Einen neuen Aufschwung erlebte das Kloster erst nach dem Dreißigjährigen Krieg in der Barockzeit Ende des 17. Jahrhunderts und Mitte des 18. Jahrhunderts. Zu den wertvollsten Teilen der Inneneinrichtung zählen die Verzierung des Kapitelsaals aus dem Jahre 1340 mit dem Zyklus der Wandmalereien und die Spätbarockeinrichtung der Kirchen der Jungfrau Maria und des Hl. Johann des Täufers. Unterhalb der Fußböden im östlichen Flügel des Klosters und der Hl.-Prokop- Kirche sind bis heute Holzteile aus den ersten Einsiedlerbauten versteckt.

Schloss Konopiště

Das Schloss Konopiště liegt westlich von Benešov. Die ursprüngliche Burg aus dem 1. Viertel des 14. Jahrhunderts wurde in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts durch das Schloss ersetzt. Ab dem 17. Jahrhundert wurde das Schloss erweitert und veredelt. Insbesondere der Barockumbau nach 1725 nach den Plänen von Fr. Max. Kaňka gab hervorragenden Künstlern, unter anderen M. B. Braun, die Möglichkeit, sich künstlerisch zu verewigen. Das gegenwärtige Aussehen des Schlosses ist die Arbeit des Architekten Josef Mocker, der es in den Jahren 1889 bis 1894 im neugotischen Stil umbaute. Im Jahr 1887 kaufte der habsburgische Thronfolger Erzherzog Ferdinand von Österreich-Este das Schloss Konopiště und begann es zum prunkvollen Sitz des zukünftigen Kaisers umzubauen. Beispielsweise verschönerte er die die Gestalt des Schlossgeländes mit einer Parklandschaft im englischen Stil. Gerade von Konopiště aus begab sich Ferdinand mit seiner Ehefrau im Juni 1914 auf die schicksalhafte Reise nach Sarajevo in Bosnien, wo er am 28. Juni bei einem Attentat erschossen wurde.

Burg Český Šternberk

Die Burg wurde um 1241 durch Zdeslav von Divišov gegründet und nach dem Familienwappen, dem goldenen achteckigen Stern, und im Einklang mit der damaligen Gewohnheit die Namen zu verdeutschen, daher Sternberg genannt. Die Burg ist bis heute im Besitz dieses Geschlechtes. Im Jahr 1467 wurde die Burg erobert und danach im spätgotischen Stil rekonstruiert. Der großzügige Umbau im Frühbarockstil erfolgte in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Burg elektrifiziert und es wurden eine Wasserleitung und Zentralheizung installiert. Der Führungsweg zählt 15 reichhaltig eingerichtete Zimmer - Sie sehen Porträts wichtiger Familienmitglieder und lernen ihre Lebensweise kennen. Sie sehen auch die einzigartige Sternberger Sammlung von Kupfergravuren aus dem Dreißigjährigen Krieg, die zu den größten monothematischen Sammlungen grafischer Blätter in Europa gehört. www.hradceskysternberk.cz

Die Macht der Herrscher wirkte sich in dieser Region nie sehr stark aus, viele „stolze“ aristokratische Residenzen, die die Landschaft schmücken, bezeugen, wer hier der faktische Herrscher war. An die mittelalterliche Tradition schloss auch die Neuzeit an. Vor allem die Barockkavaliere überboten sich in der Stattlichkeit ihrer Siedlungen, ihre Nachfolger ließen sich aber auch nicht beschämen. Ein Nachweis davon ist zum Beispiel das Barockschloss in Vrchotovy Janovice. Es entstand im Jahre 1760 durch Umbau des Renaissanceschlosses aus dem Jahre 1600, welches wieder eine gotische Festung aus der Mitte des 14. Jahrhunderts ersetzt hatte. Im Jahre 1858 wurde das Objekt regotisiert. Ein ähnliches Schicksal hatte das Schloss in Zruč nad Sázavou.

Vlašim

Das Spätrenaissanceschloss in Vlašim erwuchs um 1600 aus einer gotischen Burg aus dem 14. Jahrhundert. Das heutige Aussehen erhielt es beim Umbau Ende des 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Zur selben Zeit wurde auch der romantische Park angelegt, einer der größten in Böhmen. Die Romantik findet sich dort im Chinesischen Pavillon, den neugotischen Toren und in der „Alten Burg“ wider. Die Gotik in Vlašim wird durch die Kirche des Hl. Jiljí repräsentiert, sehenswert ist auch das Loreto-Gebäude vom Beginn des 18. Jahrhunderts am bewaldeten Hügel, am Weg nach Vračovice.

Schloss in Jemniště

Das Schloss in Jemniště ist im Gegenteil dazu ein im Jahre 1724 vollendeter Barockneubau aus den Händen des Architekten F. M. Kaňka. Die Autoren der Statuenverzierung sind M. B. Braun und L. Widman, an der malerischen Verzierung beteiligte sich V. V. Reiner. Der ausgezeichnete Barock- und Empireporträtmaler Antonín Machek (1775 - 1844) erweiterte am Anfang des 19. Jahrhunderts die Porträtgalerie.

Benešov

Das geografische und wirtschaftliche Zentrum der Region ist Benešov, eine Stadt mit dem achteckigen goldenen Stern im Stadtwappen und das ehemalige Zentrum des mächtigen Adelsgeschlechts der Beneschauer. Was die Architektur betrifft, weist die Stadt überwiegend Barock- und Jugendstilcharakter auf. An der Verzierung der modernistischen Bauten nahmen oft berühmte Künstler teil (z. B. B. Stefan). Von vielen Barockbauten ist die Hl.-Anna-Kirche mit der Piaristenschule (1705 - 1715) von Giov. Bat. Alliprandi am sehenswertesten. Von der ältesten Bebauung ist die mehrmals rekonstruierte gotische Hl.-Nikolaus-Kirche mit Barockeinrichtung erhalten geblieben, an der die Werkstatt des berühmten M. B. Brauns arbeitete.