Ein für Besucher attraktives Ziel ist die Burg Křivoklát, die Anfang des 12. Jahrhunderts durch Fürst Vladislav gegründet wurde, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Prag - Kleinseite, Moldau (Vltava) und Karlsbrücke, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Ausblick von Prag nach Nordwesten, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Die Schönheit des Landstrichs, der auch Böhmisches Paradies genannt wird, inspirierte viele Künstler, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Burg Český Šternberk, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Koněprusy Höhlen, das größte Höhlensystem in Böhmen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Das Schloss Mělník und der Turm der Kirche der Hl. Peter und Paul von der historischen Schiffschleuse in Hořín aus gesehen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.
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Mittelböhmen - Regionen Podbrdsko und Mittelmoldaugebiet

Diese Region zählte wegen der relativ unwirtlichen klimatischen Bedingungen (auch deshalb darf sie „Böhmisch Sibirien“ genannt werden) zu den weniger bewohnten Gebieten in Böhmen. Auch dank dieser Tatsache sind hier viele natürliche Schönheiten erhalten geblieben. Durch den sich im Mittelböhmischen Hügelland erstreckenden Landstrich fließt der Fluss Moldau. Er war in der Vergangenheit der wichtigste Verkehrsweg dieser Region. Diese Rolle verlor die Moldau schrittweise wegen der Talsperren, die ab der Mitte der 30er Jahre bis Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts erbaut wurden. Das Talsperrensystem (Wasserwerke Vrané, Štěchovice, Slapy, Kamýk, Orlík) veränderten den Fluss sowie die Landschaft entlang des Flusses grundsätzlich.

Tiefe Talgebiete mit wilden und romantischen Schluchten verschwanden unter dem Wasserspiegel, und somit ging auch die Floßfahrt-Tradition verloren, die hier Tausend Jahre lang existierte. Gegenwärtig wird die Moldau überwiegend für den Sommerurlaub genutzt. Trotz des einleitend Gesagten war diese Region nie ganz leer. Dies belegt der Fund eines keltischen Oppidums in Hrazany nahe der Talsperre Slapy, des drittgrößten Oppidums in Böhmen (39 Hektar), welches dieses Gebiet mit West- und Südböhmen verknüpfte. Die Ruine der im 13. Jahrhundert erbauten Burg Kamýk weist das große Interesse der böhmischen Herrscher an dieser wichtigen Verbindung mit dem Süden des Staates nach. Auch der Adel baute hier Siedlungen - die Burgen Valdek (gegründet im Jahre 1263, heute eine Ruine) und Vysoký Chlumec (gegründet im Jahre 1235) sind die zwei bekanntesten Beispiele.

Schloss Dobříš

Was seine Größe sowie Einzigartigkeit betrifft, vereint das Schlossgelände in Dobříš mehrere Denkmäler: es handelt sich um das stilreinste und monumentalste Bauwerk im Spätrokokostil in Böhmen. In den Jahren 1745 - 1765 wurde es durch den Bauherr N. Servandoni nach den Plänen des französischen Architekten Jules Robert de Cotte für das Geschlecht der Mannsfelder erbaut. Auch wenn das Schloss zahlreiche Neugestaltungen im 19. und 20. Jahrhundert durchging, konnte es bis heute die einzigartige Atmosphäre einer Rokokoresidenz beibehalten. An der Ausschmückung des Schlosses beteiligten sich die großen Künstler I. F. Platzer und J. Molitor. Auch der Französische Schlossgarten trägt zu einer einzigartigen Atmosphäre wie in alten Zeiten bei.

Am häufigsten vertreten sind die kirchlichen Denkmäler in dieser Region. In Mníšek pod Brdy befindet sich das im Barockstil umgebaute Schloss, dort finden wir auch das Altargemälde von Karel Škréta (1610 - 1674). In der hiesigen Hl.-Wenzel-Kirche finden wir wieder das Altargemälde der Hl. Maria Magdalena von Petr Brandl (1668 - 1735). Das Ensemble der hiesigen Denkmäler des böhmischen Barocks wird durch die Friedhofskapelle der Hl. M. Magdalena in Skalka von Kryštof Dientzenhofer (1655 - 1722) ergänzt.

Ähnlich ist in Březnice, wo einer der Gründer der böhmischen Frühbarockarchitektur, Carlo Lurago (1615 - 1684) tätig war, nicht nur die Jesuitenschule aus dem Jahre 1640 sondern auch die Kirch der Hl. Franz und Ignac (1650) und die Friedhofskirche des Hl. Roch (1649) mit erhaltenem Kern der ursprünglichen Einrichtung erhalten geblieben. Das hiesige gotische Schloss wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts umgebaut, ein Teil seiner Renaissanceeinrichtung (inkl. der Lokšany- Bibliothek aus dem Jahre 1558) wurde aber des Untergangs erspart. Bei der hiesigen jüdischen Gemeinde und dem jüdischen Friedhof war das leider nicht der Fall. Das jüdische Stadtviertel „Lokšany“ entging glücklicherweise der Wut der Nazis, und so finden wir hier das fast unbeschädigte Judenghetto aus dem Jahr 1570. Březnice des 19. Jahrhunderts war eine Inspiration für den Roman „Pohorská vesnice“ von Božena Němcová, der Kurort in Dobrá Voda war dann ein berühmter Ferienort der tschechischen Patrioten.

Die Schönheit der hiesigen Landschaft zieht viele Künstler an und inspiriert sie. In Rožmitál pod Třemšínem war der Pädagoge und Musikkomponist Jan Jakub Ryba (1765 - 1815), Autor der schönsten böhmischen Weihnachtsmesse, auch unter dem Namen „Hallo Meister“ bekannt, in den Jahren 1788 - 1815 tätig. Im Schlösschen im Neurenaissancestil am westlichen Rande der Gemeinde Vysoké bei Příbram wohnte kurz der Komponist Antonín Dvořák (1941 - 1904). Das Schlösschen birgt heute ein Museum, welches neben A. Dvořák an den Grafen V. R. Kounic, den Schwager des Komponisten, erinnert. Im anliegenden Park finden wir zwei Seen, die den Komponisten angeblich dazu inspiriert haben, die Oper Rusalka zu komponieren. Im Gartenhaus im Park lebte der Dichter Josef Václav Sládek (1845 - 1912) in den Jahren 1897 bis 1898. In der Villa (ehemaliges Verwaltungsgebäude des Eisenwerks) am Teich Strž nahe Dobříš verbrachte der Schriftsteller Karel Čapek (1890 - 1938) die letzten Jahre seines Lebens (1935 - 1938).

In Příbram verweilte oft der erste böhmische Erzbischof und bedeutende Theologe Ernst von Pardubitz (1297 - 1364), der die Stadt von Karl IV. im Jahre 1348 bekommen hat. Der berühmteste Wallfahrtsort in Böhmen - das Barockgelände Svatá Hora (der Heilige Berg) - erhebt sich über der Stadt. Das gegenwärtige Aussehen erhielt es vom Architekten Carl Lurago, an der Ausschmückung beteiligten sich viele bedeutende Barockkünstler, unter anderem P. Brandl und J. Brokof. Ein Bestandteil des Wallfahrts-Ensembles ist auch ein Kloster, der ehemalige Jesuitensitz.

Nový Knín

Nový Knín - die ehemalige königliche Goldgräberstadt ist am Fluss Kocába und der anliegenden Anhöhe gelegen. Heute hat die Stadt 1850 Einwohner und setzt sich aus den ehemaligen Gemeinden Starý Knín, Sudovice, Kozí Hory, Chramiště, Libčice und Nový Knín zusammen. Die Geschichte greift tief in die Vergangenheit ein und war vor allem mit dem Goldabbau direkt in der Stadt und in ihrer Umgebung verbunden. Knín existierte bereits im 12. Jahrhundert als ein Fürstenhof der Premysliden. Die Bedeutung von Knín wird durch die Ereignisse des Jahres 1186 bezeugt, als hier die Friedensverhandlungen des böhmischen Fürsten Fredriks und des mährischen Markgrafen Konrad Otto stattgefunden haben. Damals wurde der unter dem Titel „Knín-Vergleich“ bekannte Vertrag über den wiederholten Zusammenschluss Mährens und Böhmens zu einer untrennbaren Ganzheit geschlossen. In den Jahren 1218 und 1219 wohnte hier Ottokar II. Přemysl, im Jahr 1341 Johann von Luxemburg www.mestonovyknin.cz

GPS: 49°47'17.649"N, 14°17'34.831"E

Silber- und Uranförderung in Příbram und Umgebung

Der wissenschaftliche Fortschritt im 20. Jahrhundert verursachte, dass die reichhaltigen Uranlagerstätten unter Příbram entdeckt wurden. Die Förderung dieses strategischen Bodenschatzes in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts brachte jedoch offensichtlich mehr Leid als Nutzen. In den Urangruben und den Verarbeitungsbetrieben wurden die für das kommunistische Regime lästigen Menschen zur Arbeit gezwungen - siehe Denkmal Vojna (dt. Krieg). Die Bergbaugeschichte Příbrams ist aber viel älter. Bereits vom Anfang des 13. Jahrhunderts bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde hier Silber abgebaut. Im Jahr 1875 erreichten die Bergleute im Gebirge Březové Hory zum ersten Mal in der Geschichte des Bergbaus eine Tiefe von 1 000 m. www.muzeum-pribram.cz

GPS: 49°40'58.952"N, 13°59'13.901"E

Bergbau-Freilichtmuseum Březové Hory

Die in den historischen Betriebs- und Verwaltungsobjekten untergebrachten Ausstellungen bringen uns die reichhaltige, mit der Förderung von Silber, Uran und weiteren Erzsorten verbundene Bergbauvergangenheit näher. Das Museum bietet Ihnen die Möglichkeit, mit der Grubenbahn über und unter Tage zu fahren, mehrere Kilometer Stollen zu sehen, den Schachtaufzug zu benützen, die Rutsche zum riesengroßen Wasserrad herabzufahren, die einzigartigen Bergbaudampfmaschinen und die umfangreiche mineralogische Sammlung oder die Bergmannfolklore kennenzulernen.

Museum der Opfer des Kommunismus - Denkmal Vojna

Das authentische Gefängnisgelände ist das einzige seiner Art in Mitteleuropa. Das ursprüngliche Internierungslager für deutsche Kriegsgefangenen, zwischen ehemaligen Uranschachten gelegen, diente in den Jahren 1949 - 1951 als Zwangsarbeitslager und dann bis 1961 als Gefängnisanlage für politische Gegner des kommunistischen Regimes. Die Ausstellungen widmen sich der politischen Verfolgungen nach dem Februar 1948, der antikommunistischen Protestbewegung und bringen die Geschichte des Uranbergbaus näher.

Dobříš

Die Wälder Brdské lesy, welche die Stadt umgeben, locken Tramper, Wanderer sowie Radfahrer an, im Winter genießen hier auch Langläufer diese Gegend. Das vielbesuchte Rokokoschloss mit wunderschönem französischem Garten zählt zu den bekanntesten architektonischen Denkmälern der Stadt. In Dobříš finden jedes Jahr interessante Veranstaltungen statt, unter anderem das Fest des Hl. Wenzel und der Hochzeitsblumentag im Schloss, auch die Maifeier und der Regionaljahrmarkt in Dobříš sind berühmt. www.mestodobris.cz

GPS: 49°46'53.984"N, 14°10'19.290"E

Von Brdy zur Moldau

EineTourismusregion südlich von Prag, die das Gebiet um Dobříš, Nový Knín und das Zentrale Moldaugebiet abdeckt. Wir dürfen das Gebiet um Slapy, das insbesondere im Sommer beliebt ist, und die Wandersiedlungen entlang der Flüsse Moldau und Kocába nicht vergessen. Das Ballonmuseum und das Museum der Mittelmoldaugeschichte in Chotilsko, genauso wie das unweite Museum Špýchar in Prostřední Lhota locken zum Besuch an. Abenteurer werden vom TEPfaktor in Chotily und Seilpark Slapy erwartet. Das Kennenlernen der Region können Sie im Karel Čapek Denkmal gemeinsam mit einem angenehmen Spaziergang auf dem hiesigen Lehrpfad abschließen. www.odbrdkvltave.cz