Ein für Besucher attraktives Ziel ist die Burg Křivoklát, die Anfang des 12. Jahrhunderts durch Fürst Vladislav gegründet wurde, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Prag - Kleinseite, Moldau (Vltava) und Karlsbrücke, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Ausblick von Prag nach Nordwesten, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Die Schönheit des Landstrichs, der auch Böhmisches Paradies genannt wird, inspirierte viele Künstler, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Burg Český Šternberk, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Koněprusy Höhlen, das größte Höhlensystem in Böhmen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Das Schloss Mělník und der Turm der Kirche der Hl. Peter und Paul von der historischen Schiffschleuse in Hořín aus gesehen, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.
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Mittelböhmen - zentrales Elbegebiet und Region Mělník

Das Tiefland des fruchtbaren Elbegebiets und der Region Mělník dient seit jeher als Kornkammer für das ganze Land. Gleichzeitig führte hier der wichtigste Handelsweg vom Osten nach Westen. In den Fundorten in Poříčany und Třebestovice bei Nymburk wurden die ältesten Kupferwerkzeuge auf tschechischem Gebiet ausgegraben, die rund 6 000 Jahre alt sind. Das geheimnisvolle Heiligtum in Velim bei Kolín stellt die Archäologen und Historiker bis heute vor ein Rätsel - es entstand im 13. Jahrhundert v.Chr. als eine komplizierte befestigte Burgstätte, wo bis heute fünf Goldschätze und viele Skelette gefunden wurden, von denen manche Spuren von Kannibalismus tragen. Die Funde in Štítary bei Kolín gaben wiederum einer der Kulturen der Urzeit (1200 - 750 Jahre v.Chr.) ihren Namen, welche die Grundlagen für die Entstehung der keltischen Kultur legt. Ihre Anfänge reichen nach Bylany bei Český Brod (Böhmisch Brod) in der Nähe von Kolín (die sog. Bylansche Kultur). Der Grabhügel in Hradenín gehörte sogar einem der reichsten keltischen Fürsten. Der Keltische Münzschatz aus Starý Kolín und die kostspieligen Ausstattungen der Grabstätten in Klučov und in Kšely beweisen, dass es den Kelten auch am Ende des 1. Jahrhunderts v.Chr. in dieser Gegend gut ging. Ihre Spuren hinterließen hier aber auch die Germanen (Dobřichov in der Region Kolín, im 1. Jahrhundert n.Chr.).

Hl. Adalbert von Prag - der zweite Prager Bischof, Gründer des Klosters Břevnov, entschlossener christlicher MissionarDie in dieser Gegen ansässigen Slawen gehörten offensichtlich nicht direkt zum Hauptstamm der Böhmen, den Sagen nach teilten sich die Zlitschanen und Charvaten das Elbegebiet, im Gebiet um Mělník siedelten die Pschouanen. Die ältesten Burgstätten aus dem 8. Jahrhundert in Klučov, Libice und Kouřim bildeten später den Kern der ausgedehnten Slavnikiden-Herrschaft, die bis 995 eine teilweise Unabhängigkeit von den Přemysliden hielt. Soběslav Slavník begann in Malín sogar seine eigenen Silberdenarien zu prägen, und sein Sohn, der Hl. Adalbert von Prag wurde im Jahre 983 Prager Bischof, wobei er mit seiner Ausbildung und seinen Ansichten die Prager Öffentlichkeit empörte. Hl. Adalbert von Prag - der zweite Prager Bischof, Gründer des Klosters Břevnov, entschlossener christlicher Missionar. Er trat gegen gesellschaftliche Erscheinung wie Sklavenhandel oder Alkoholismus ein. Er kam aus dem bedeutenden Geschlecht der Slavnikiden, er wurde zwischen 955 und 957 geboren. Er starb im Jahr 997 in Preußen einen Märtyrertod. Im Jahr 999 sprach ihn der Papst Silvester II. heilig. Damals war bereits klar, dass die Situation zwischen den Slavnikiden und Přemysliden radikal gelöst werden musste. Dies geschah auch tatsächlich - am 28. September (wieder dasselbe Datum, wie beim berühmten Brudermord in der tschechischen Geschichte) 995 eroberten die Přemysliden Libice (laut einigen Experten Malín) und ermordeten alle Slavnikiden, einschließlich der Frauen und Kinder. Nur Adalbert und Soběbor überlebten diesen Anschlag und lebten in Polen weiter. Libice verfiel dann dem Adelsgeschlecht Wrschowetze, sie hatten aber das gleiche Schicksal - im Jahre 1108 wurden sie ebenfalls von den Přemysliden ermordet. In Libice sind Überreste der ursprünglichen Burgstätte und der Kirche aus dem 10. Jahrhundert erkennbar.

Kouřim

Am Rande der Stadt Kouřim liegt das Museum der Volksbauten, Foto: www.muzeumkourimska.czZum wichtigsten Zentrum des Landstrichs wurde dann Kouřim. Hier hatte der stolze Děpolt III. seinen Sitz, der sich im Jahre 1223 gegen seinen Herrscher Ottokar I. Přemysl erhob. Er wurde allerdings besiegt, Kouřim wurde erobert und die Depoltiden wurden vertrieben. Die Stadt erlebte ihre glücklicheren Zeiten in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, als sie Ottokar II. Přemysl verschanzte und hier die Hl.-Stephan-Kirche mit mutig überwölbter, achtseitiger Krypta gründete. Dieses älteste Vorbild der späteren spätgotischen sternförmigen Wölbungen zählt zum Schatz des 13. Jahrhunderts. Kouřim blieb bis 1850 die administrative Hauptstadt des Landstrichs. Dann ersetzten es die sich industriell entwickelnden Städte an der Elbe.

Unweit von Kouřim spielte sich am 30. Mai 1434 die Schlacht bei Lipany ab, welche die Epoche der Hussitenkriege praktisch beendete. Die radikalen Kalixtiner wurden durch die gemäßigtere Fraktion der Hussiten besiegt. Der Romantismus der nationalen Wiedergeburt im 19. Jahrhundert machte diese verlorene Schlacht zu einer nationalen Tragödie. Im Jahr 1434 handelte es sich jedoch um einen mitteleuropäischen Konflikt.

Die Machtträger kämpften immer um das reiche, aber relativ unruhige Gebiet in Mittelböhmen, und so bekam das Gebiet entlang der Elbe gleich mehrere Machtzentren. Die alten Höfe mit romanischen Kirchen (stellvertretend für alle nennen wir die monumentale Basilika aus dem 13. Jahrhundert in Tismice) wurden durch Städte ersetzt.

Mělník

Stadt Mělník, Foto: www.melnik.czDer ehemalige königliche Witwensitz oberhalb des Zusammenflusses von Moldau und Elbe ist vor allem für den Weinbau berühmt. Seine Dominante bilden die dreischiffige Kirche des Hl. Peter und Paul und das anliegende Schloss. Die Kirche fesselt auf den ersten Blick mit dem mächtigen, von langer Entfernung sichtbaren gotischen Turm, dessen Aussichtsgalerie einen hinreißenden Blick auf die breite Umgebung bietet. Das hiesige Beinhaus ist aber auch einen Besuch wert. Das Schloss bietet neben der Innenraumbesichtigung auch die Möglichkeit einer Weinkostprobe aus der Produktion des Schlossweinbaus an. Am Hauptplatz fesseln das im Barockstil umgebaute Rathaus mit dem dominanten Turm und der funktionalistische Stadtbrunnen mit der Statuengruppe von V. Makovský. Der unterirdische Gang unter dem Hauptplatz führt die Besucher zum mittelalterlichen Brunnen, dem breitesten (4,5 m) Brunnen in der Tschechischen Republik. Die Führungen werden vom Touristeninformationszentrum organisiert. Im ehemaligen Kapuzinerkloster sitzt heute das regionale Museum, das neben den traditionellen Expositionen zur Geschichte und Natur der hiesigen Region die Entwicklung der Kinderwägen in einem separaten Objekt zeigt. Eine große Verlockung stellt der Besuch eines Weinkellers dar, wo man Weinproben aus dem ganzen böhmischen Weinbaugebiet kosten kann. Mělník ist der Ausgangspunkt für den Besuch eines der schönsten Naturgebiete in Böhmen - des Landschaftsschutzgebiets Kokořínsko.

Die Moldau, der längste tschechische Fluss, fließt unterhalb des Schlosses Mělník in die Elbe als ihr linksseitiger Nebenfluss. Es ist paradox, weil die Moldau am Zusammenfluss einen 430,2 km langen Weg hinter sich hat, was im Vergleich zur Elbe deutlich mehr ist. Auch ihr Durchfluss ist ergiebiger. Deshalb sollte, logisch genommen, die Elbe in die Moldau münden. Diese „Unregelmäßigkeit“ wird üblicherweise mit der Erklärung begründet, dass die Kelten, die das Gebiet bereits in der Antike besiedelten, die Elbe für den Hauptfluss hielten.

Kolín

Eines der ältesten und wichtigsten Zentren dieser Region ist Kolín. Die Stadt wurde im Jahre 1257 an der Stelle einer älteren Siedlung gegründet. Viele Häuser verbergen unter den Barock- und jüngeren Fassaden gotisches Mauerwerk und zahlreiche Details. Auch das Judenviertel mit der Synagoge aus dem 17. Jahrhundert ist sehenswert. An den ehemaligen Ruhm der Stadt erinnert heute die Kirche des Hl. Bartholomäus, an deren frühgotischen Teil aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Prager Kathedralhütte des Peter Parler in den Jahren 1360 - 1378 das monumentale Presbyterium zubaute. Die Überreste der ursprünglichen Statuenverzierung werden von den Barockwerken von Petr Brandl und von Reliefs des Kreuzwegs von Tschechiens bestem Jugendstil- und Symbolbildschnitzer František Bílek aus den Jahren 1910 - 1914 ergänzt. Kolín ist mit dem bekannten Komponisten František Kmoch verbunden, zu dessen Ehren hier jeweils im Juni ein Blasmusikfestival veranstaltet wird.

Poděbrady

Poděbrady - das gegenwärtige Aussehen des Schlosses ist das Ergebnis der Barockgestaltung durch F. M. Kaňka in den Jahren 1723 - 1757, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Im heute berühmten Kurort Poděbrady wohnte im 15. Jahrhundert Jiřík von Kuštát und Poděbrady (1420 - 1471), der ab den Jahre 1452 die Stelle des Landvogts ausübte und dann auch der böhmische „Hussitenkönig“ war (1458 - 1471). Die Stadtdominante bildet das Renaissanceschloss aus den Jahren 1545 - 1557, an dessen Verzierung B. Wohlmut (vor 1510 - 1579) und der Rudolfine Architekt Ulrico Aostali teilnahmen. Ganz Poděbrady ist allerdings überwiegend im Spätbarock und im Stil der Moderne gestaltet. Für die Stadtentwicklung sorgte der Kurort, gegründet im Jahre 1908, der sich auf Herz- und Kreislaufsystemerkrankungen spezialisierte.

Stará Boleslav

Die Stadt Stará Boleslav hat sich in die tschechische Geschichte als Ort des bekanntesten böhmischen Brudermordes eingetragen. Im Jahr 929 (oder 935) lud Fürst Boleslav seinen Bruder, den herrschenden Fürst Wenzel, ein, um die Patenschaft bei der Taufe seines Sohnes zu übernehmen. Während des Abendfestes täuschte Boleslav edle Absichten und brüderliche Gefühle vor, seine Truppe ermordete allerdings Wenzel am 28. September am Morgen. Nach seinem Tod wurde der Hl. Wenzel unser wichtigster Landespatron und ewiger Herrscher und Beschützer. Die ehemalige Kirche der Hl. Kosmas und Damian wurde im 11. Jahrhundert durch die Kirche des Hl. Wenzel ersetzt, die im Jahr 1046 fertiggebaut und im 12. Jahrhundert um die eindrucksvolle Gruft erweitert wurde. Zu dieser Zeit wurde auch die nahe Kirche des Hl. Kliments malerisch verziert. Beide Bauwerke illustrieren charakteristisch böhmische-romanische Kunst. Die Barockkirche der Maria-Himmelfahrt aus den Jahren 1613 - 1623 vom rudolfinischen Architekten Giovanni Maria Filippi versteckt einen der größten Schätze der Barockfrömmigkeit - das Palladium von Stará Boleslav, ein vergoldetes Relief vom Anfang des 16. Jahrhunderts. Die Barockwerke in diesem Wallfahrtszentrum stammen aus der Werkstatt führender Meister ihrer Zeit, zum Beispiel von K. Škrét und K. I. Dientzenhofer.

Nymburk

Die Königstadt Nymburk liegt an beiden Ufern des Flusses Elbe, im fruchtbaren Gebiet des Zentralen Elbegebiets, Foto: www.mesto-nymburk.czEiner der traditionellen Unterstützer des Staates war Nymburk. Auch diese Stadt wurde im dritten Viertel des 13. Jahrhunderts von Ottokar II. Přemysl gegründet. Im Dreißigjährigen Krieg, in den Jahren 1631 und 1634, wurde die Stadt zweimal vom kaiserlichen Heer erobert und stark beschädigt. Von der ältesten Geschichte der Stadt ist die Stadtmauer, die aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt, Großteiles bis heute erhalten geblieben - es handelt sich um die am besten erhaltene Stadtmauer in Böhmen. Die gotische Kirche des Hl. Jilji mit den Überresten der ursprünglichen Statuenverzierung aus dem Ende des 14. Jahrhunderts und das Renaissancerathaus aus dem Jahre 1526 sind auch von Bedeutung. Im 19. Jahrhundert erwachte Nymburk dank der Errichtung der Eisenbahn aus seinem Dornröschenschlaf.

Nelahozeves

Das nahe Schloss Nelahozeves, in den Jahren 1553 - 1600 erbaut, gehört auch der Lobkowicz-Dynastie. Das Schloss behielt sein Renaissanceaussehen. Die teilweise Restaurierung vor dem Ersten Weltkrieg deckte auch Sgraffito auf, das für den Renaissancestil in Böhmen typisch ist. Die weitgehend erhaltene Inneneinrichtung und das Waffenhaus aus dem 17. Jahrhundert treten wegen der berühmten Lobkowicz Porträtgalerie etwas in Hintergrund, die die repräsentativste Sammlung ihrer Art in Tschechien ist. Sie erfasst die Porträtentwicklung von der Renaissance bis zum Barock (Fr. Clouet, A. Sanchez Coello, J. Pantoja de la Cruz), und im Rahmen der Restitution nach 1989 kamen die Originalwerke von L. Cranach sr., P. Brueghel sr., und P.P. Rubens dazu.

Die zahlreichen Schlösser belegen die Umgänglichkeit eines bequemen Lebens im fruchtbarsten Landstrich Böhmens. Es stimmt, dass die Herrscher manche von ihnen als Konfiskationen für den Widerstand ihrer ursprünglichen Besitzer erwarben, sie verlieren damit allerdings nichts an ihrer Schönheit. Ein Beispiel dafür ist unter anderem das Schloss in Brandýs nad Labem, gegenüber der Stadt Stará Boleslav, an dessen Verzierung die Hofkünstler des 16. Jahrhunderts arbeiteten (Paolo della Stella, G. A. Brocco), oder das Schloss in Kostelec nad Černými Lesy unweit von Kouřim bei Kolín. Dieses Schloss wurde nach 1547 für Ferdinand I. zum Jagdschloss umgebaut. Kurz danach wechselte es zwar wieder seinen Inhaber, die Arbeiten der Hofkünstler sind jedoch geblieben (G. M. Aostalli, Paolo della Stella). Die Renaissanceeinrichtung des Schlosses stimmt auch mit der im Renaissancestil umgebauten und mit dem Schloss verbundenen Kirche des Hl. Adalbert aus Prag aus den Jahren 1568 - 1569 überein, wo die ursprüngliche Ausstattung ebenfalls weitgehend erhalten ist.

Nicht alle Schlösser in der Region erfuhren solche Peripetien und ihr Bau gab oft einen Anlass für weitere Bauten in der Umgebung. Die Lebensfähigkeit dieser Residenzen wird durch ihre häufigen anschließenden Neugestaltungen und Anpassungen an den geänderten Geschmack und Lebensstil dokumentiert, z. B. das Schloss Zásmuky in der Umgebung von Kolín wurde für Adolf Vratislav von Sternberg am Ende des 17. Jahrhunderts erbaut. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und im 19. Jahrhundert wurde das Schloss neu gestaltet und bildet heute einen Komplex mit der hiesigen Franziskanerkirche der Stigmatisierung des Hl. Franziskus. Das Fürstenberger Barockschloss Loučeň mit der Maria Himmelfahrt Kirche von F. M. Kaňka vom Beginn des 18. Jahrhunderts ist vom Englischen Park aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit reichhaltiger Statuenverzierung umgeben. Ähnlich gründete Wenzel Antonín Chotek das Schloss in Veltrusy am Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Architekt war F. M. Kaňka oder G. B. Alliprandi. An der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts wurde es in die gegenwärtige klassizistische Form umgebaut. Die reich eingerichteten Innenräume sind von einem Englischen Park mit zahlreichen romantischen, neugotischen, orientalischen und klassizistischen architektonischen Elementen ergänzt.

Lysá nad Labem

Das beste Beispiel einer vollkommenen Adelsresidenz ist das Schloss Lysá nad Labem. Es entstand an der Stelle der in der Mitte des 16. Jahrhunderts zum Schloss umgebauten Burg, die an der Wende des 17. und 18. Jahrhunderts vom bekannten großzügigen Gönner František Antonín Špork komplett umgebaut wurde. Špork war keines adeligen Ursprungs, umso mehr wollte er zum Adel gehören. Die Kunst sollte seine Noblesse bestätigen, und so veränderte er nicht nur das Schloss sondern auch die Stadt und Umgebung (Schlosspark, Augustinerkloster und Kirche des Hl. Johannes des Täufers in der Stadt, die Einsiedelei des Hl. Wenzel in Richtung Brandýs nad Labem, das Schlösschen mit „Maison de Bon Repos“, Chinapavillon und Schlosskapelle oberhalb des Dorfes Čihadla und viele kleine Kapellen in der Umgebung). Leider wurde dieses Gesamtkunstwerk durch spätere, insbesondere klassizistische Gestaltungen schrittweise zerstört, die auch dem Schloss nicht erspart geblieben sind. Aber auch das was von seinem ursprünglichen Glanz aus dem Barock geblieben ist, zeugt von Šporks Ehrgeiz und Mäzenatentum (P. Brandl, M. B. Braun, J. A. Quitainer, F. M. Kaňka, A. Lurago, J. Brokof usw.).

Liběchov

An die Tradition der Dorfsiedlungen schloss auch der romantische patriotische Gönner Jakub Veith in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region um Mělník an. Den ursprünglichen Barockgarten und das Schloss in Liběchov (1730, Architekt F. M. Kaňka, Statuenverzierung M. B. Braun) ließ er mit patriotischen Dekorgemälden von Josef Navrátil und Statuen von Václav Levý ergänzen. Er ist auch der Autor der kuriosen Statuen in den bewaldeten Lehen oberhalb des Schlosses: Klácelky - künstliche Höhlen mit Reliefs, die von den Fabeln von J. Grandvill inspiriert sind, Blaník - gigantisches Relief mit Figuren des Zd. Zásmucký und der Hussiten Jan Žižka und Prokop Holý, begleitet von einer Gruppe von Zwergen, die ihre Ausrüstung vorbereiten, und die stark zerstörte oder absichtlich nicht vollendete Höhle U Ještěra mit der Reliefdarbietung einer Echse, Schlange, Harfenistin und verschiedenster menschlicher Köpfe.